Pleßberg

Dorferneuerungsverein

Am 31. Jänner 2003 fand im Feuerwehrhaus Pleßberg der Informationsabend und das 1 Dorfgespräch der Dorferneuerung statt. 23 PleßbergerInnen nahmen daran teil und bekamen einen ersten Eindruck von der Dorferneuerung.

Dorferneuerung ist mehr als eine Geldverteilungsmaschine für Einzelprojekte, mehr als die Behübschung bestehender Ortsbilder. Dorferneuerung soll einen Prozess in den PleßbergerInnen auslösen bei dem sie gezielte Fragen nach dem Sinn und dem Zusammenhang geplanter Maßnahmen stellen.

Verlangt wird eine vernetzte Betrachtung einzelner Aktivitäten, eine gewissenhafte Abklärung vielfältiger Interessen und eine Vereinbarung über die gemeinsamen Werte, die den Ideen und Absichten zu Grunde liegen.

Den Einstieg für die Beteiligung am Geschehen im eigenen Ort bilden die Dorfgespräche. Sie bieten einen neutralen Rahmen, wo dem Einzelnen Raum für seine Ideen, Gedanken und Befürchtungen, für Eigeninitiative und Entfaltung geboten wird und Grundwerte wie Toleranz und soziale Verantwortung geübt werden.

Die Dorfgespräche sind ein Sprungbrett für eine lebendige Dorfdemokratie in Pleßberg.

  • Steigerung der Lebensqualität (wahrnehmbare Umwelt, zwischenmenschliche Beziehungen, Arbeitsplatzsituation)
  • Steigerung der Verantwortungsbewusstseins (Verantwortung reicht über die eigenen 4 Wände hinaus)
  • Steigerung des Gemeinschaftsdenkens (mehr Gemeinsamkeit, gemeinsame Aktionen, Identifikation mit Pleßberg).
  • Die sichtbare – gestalterische – Dorferneuerung

Die optische Gestaltung und damit auch die Verschönerung des Ortsbildes ist als erstes auch nach außen hin erkennbar. Darum ist es auch klar, dass solche Maßnahmen am häufigsten mit der Dorferneuerung in Verbindung gebracht werden. Die Neugestaltung im Ortsbereich ist aber meistens nicht nur eine optische Verbesserung, sondern auch eine Optimierung der Sicherheit und Funktionalität der jeweiligen Bereiche.

  • Die ökologische Dorferneuerung

Die Dorferneuerung darf nicht bei den Ortstafeln aufhören. Eine intakte und abwechslungsreiche Landschaft ist mit entscheidend für eine gute Wohn- und Lebensqualität. Maßnahmen zum Umwelt- und Landschaftsschutz, Landschaftspflege und Schonung der Umweltressourcen sind daher wichtige Anliegen für die Erhaltung und Entwicklung unserer Dörfer.

  • Die wirtschaftliche Dorferneuerung

Die wirtschaftliche Entwicklung ist meist sehr komplex und aus der Sicht des einzelnen Ortes nicht lösbar. Hier ist es meist erforderlich, auf Gemeindeebene oder sogar regionale Ebene vorzustoßen. Alleine aber die schwierige wirtschaftliche Situation sowohl in der Landwirtschaft als auch im Gewerbe, den DorfbewohnerInnen bewusst zu machen und kleine Schritte zu einer intensiveren Nutzung der eigenen wirtschaftlichen Ressourcen zu tun, kann der Anfang zur wirtschaftlichen Stabilisierung und Absicherung von Arbeitsplätzen sein.

  • Die geistige und sozialeDorferneuerung

Kern der ganzen Dorferneuerung ist es aber, die geistigen Potenziale im Dorf zu aktivieren und die Menschen in den Prozess mit einzubinden. Eine gute Dorfgemeinschaft, ein gutes Gesprächsklima und die Bereitschaft, sich zu beteiligen, Verantwortung übernehmen zu wollen, ist bereits der erste Schritt zur Lösung von Problemen und zur Verwirklichung neuer Ideen.

Diese vier Elemente charakterisieren eine umfassende Erneuerung und Entwicklung des Dorfes. Doch  Dorferneuerung ist dann am wirkungsvollsten, wenn sich engagierte Menschen daran beteiligen. Die DorfbewohnerInnen selbst sind die besten Experten für ihren Ort und sollen die Entwicklung maßgeblich prägen.

Seit 1. Jänner 1999 gibt es ein 4-Phasen-Modell der Dorferneuerung, welches im Zeichen einer Dorferneuerung 2000+ stehen soll. Es soll einerseits eine Chance für neue aktive Orte bieten, andererseits den Orten bestimmte Betreuungsstunden sichern. Zu jeder Phase wird zwischen dem NÖ Landesverband für Dorf- und Stadterneuerung, der Gemeinde, sowie dem Verein ein Arbeitsübereinkommen unterzeichnet. Voraussetzung zur Aufnahme in eine Phase ist die Mitgliedschaft beim NÖ Landesverband für Dorf- und Stadterneuerung.

  • 1. Phase – Einstiegsphase

Der Ort steigt neu ein, dem Ort wird ein Betreuer zugeteilt, es gibt eine Ortsbegehung und drei moderierte Dorfgespräche. Das Ergebnis ist der Leitbildbericht, welcher für die Aufnahme in die Aktion Bedingung ist.

Phase 1 a    gratis … Informationsabend
Phase 1 b    kostenpflichtig (Dorfgespräche und Leitbildberichterstellung inkl. Fragebogen, Präsentation, o. Ä.)
Max. 1 Jahr

  • 2. Phase – aktive Phase – Umsetzungsphase

Die Projekte des Leitbildes können umgesetzt werden. Der Betreuer steht nun fix zur Verfügung.
Max. 4 Jahre / kostenpflichtig 

  • 3. Phase – geistige Phase

Für Projekte der geistigen Dorferneuerung (z.B.: Dorfchronik, Soziales, Kulturelles, Bildung). Förderungen sind nur begrenzt möglich.
Unbegrenzt / kostenpflichtig

  • 4. Phase – ruhende Phase

Der Ort kann alle Basisdienste in Anspruch nehmen. Es können keine Projekte eingereicht werden.
Keine Betreuung vor Ort. 
Unbegrenzt / Mitgliedsbeitrag an den Landesverband

Das Entwickeln eines Leitbildes stellt die wichtigste Phase der Dorfgespräche dar. Das Leitbild stärkt die Identität nach innen, gleichzeitig aber auch das Image nach außen und dient als Orientierung für alle BewohnerInnen von Pleßberg, als gemeinsame Basis, als Richtschnur und Motivation.
Ein Leitbild ist eine Wertevereinbarung und Zielvorstellung für künftige positive Entwicklungen (für einen Zeitraum von 5 – 20 Jahren). Es ist der Rahmen für Handlungen („Roter Faden“), ein Handlungswegweiser in die Zukunft. Es ist aber keine Vision, Utopie, bzw. ein Maßnahmenkatalog. So gesehen ist das Leitbild ein wichtiger Zwischenschritt zwischen der Analysephase und der Maßnahmenplanung.

Das Leitbild soll helfen, ...
  • die Zukunft positiv zu gestalten und optimal zu bewältigen
  • Entwicklungen vernetzt zu betrachten
  • einen breiteren Konsens herzustellen
  • die Interessen zu bündeln
  • die Kräfte und Potenziale zu konzentrieren
Das Leitbild bringt ...
  • eine Zukunftsorientierung bzw. ein Zukunftsbild (Orientierungshilfe)
  • die Abstimmung von Projekten und Maßnahmen
  • die Erleichterung von Förderungen (Effizienter Einsatz der Mittel)
  • das Ziehen an einem Strang (Gemeinschaft und Zusammengehörigkeit)
  • den Ausgleich von Interessensgegensätzen
  • die Konzentrierung der Kräfte auf wichtige Projekte
  • die möglichen Schritte für eine zukunftsorientierte Gemeindeentwicklung (konkrete Vorstellungen der künftigen Entwicklung)
  • ein Profil und Unverwechselbarkeit